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Unterfunktion der Schilddrüse

 
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Unterfunktion der Schilddrüse
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kuschelmaus
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Anmeldungsdatum: 04.01.2008
Beiträge: 41
Wohnort: Münsterland

Beitrag Unterfunktion der Schilddrüse Antworten mit Zitat
Unterfunktion der Schilddrüse
Eine Unterfunktion der Schilddrüse verursacht genau wie eine Überfunktion gesundheitliche Probleme. Eine Schilddrüsenunterfunktion lässt den menschlichen Stoffwechsel auf "Sparflamme" laufen. Die Körperzellen arbeiten so träge, dass der ganze Organismus nur sehr mühsam seinen Grundumsatz aufrecht erhalten kann. Die Befindlichkeitsstörungen und körperlichen Befunde, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten, sind Ausdruck des gedrosselten Stoffwechsels in den Zellen und Organen. Im Extremfall einer sehr starken Unterfunktion springt sogar nicht mehr als ein stumpfes Dahinvegetieren des Erkrankten heraus.

Die Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sind ganz unterschiedlich.
Sie kann:

angeboren sein,

Folge von verschiedenen Entzündungen der Schilddrüse sein,

als Nebenwirkung medizinischer Behandlungsmethoden auftreten,

durch eine extreme Jodmangelsituation hervor gerufen sein,

durch Regulationsstörungen entstehen, die von der Hirnanhangdrüse ausgehen.

Angeborene Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Im Schnitt einmal alle 3000 bis 4000 Geburten kommt ein Kind mit einer angeborenen Schilddüsenunterfunktion zur Welt. Diesen Kinder fehlt entweder die Schilddrüse ganz oder einer der Steuerungsmechanismen ist nicht funktionsfähig. Grund dafür ist meistens eine kleine Veränderung an einem Chromosom. In extrem seltenen Fällen steht hinter einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion auch ein ausgeprägter Jodmangel.
Da man heute über die verheerenden Folgen einer Neugeborenenhypothyreose genau Bescheid weiß, wird bei jedem Baby nach der Geburt eine Routineblutuntersuchung durchgeführt, bei der u.a. die Schilddrüsenwerte bestimmt werden. An einer Erhöhung des Steuerhormons TSH zeigt sich die angeborene Schilddrüsenunterfunktion.

Schilddrüsenunterfunktion nach Entzündungen
Akute Entzündungen verlaufen oft mit einer begleitenden Schilddrüsenunterfunktion ab, die zusammen mit ihr auch wieder verschwindet.
Eine Unterfunktion der Schilddrüse stellt sich auch ein, wenn das produktive Drüsengewebe durch eine meist chronische Entzündung langsam zerstört wird. Oft wird das funktionell spezialisierte Schilddrüsengewebe durch unspezifisches Bindegewebe ersetzt, das natürlich zu keiner Hormonproduktion mehr fähig ist. Irgendwann ist soviel Schilddrüsengewebe ersetzt, dass der Zustand der Unterfunktion oder sogar der Funktionsstille erreicht ist. Die am häufigsten mit einer dauernden Schilddrüsenschädigung einhergehende Entzündung ist die chronisch-atrophischen (= mit Zellschwund verbundene) Hashimoto-Thyreoiditis.

Schilddrüsenunterfunktion nach medizinischen Behandlungsmethoden
Unter gewissen Bedingungen kann eine medizinische Behandlung auch andauernden Schaden anrichten, für den sich Arzt und Patient in der Regel nach Abwägung der Vor- und Nachteile einer Therapie bewusst entscheiden. Das gilt z.B. für eine chirurgische Verkleinerung oder Entfernung eines Kropfes ebenso wie für eine Behandlung mit radioaktiven Jod. Hierbei kann, je nach Ausmaß der Behandlung, eine andauernde Schilddrüsenunterfunktion die Folge sein. Oft ist diese Hypothyreose dann der Preis, den Arzt und Patient entrichten, um schwerwiegenderes Schilddrüsenübel abzuwenden.
Auch bei bösartigen Erkrankungen in der Nachbarschaft oder in der Schilddrüse selbst können chirurgische Maßnahmen oder Strahlentherapien zu nachfolgenden Unterfunktionen führen. Diese müssen durch lebenslange Hormongaben (in Tablettenform) ausgeglichen werden.

Schilddrüsenunterfunktion durch Jodmangel
Ganz selten kommt es einmal vor, dass ein Jodmangel eine Schilddrüse stark wachsen lässt und die kompensatorische Kropfbildung den Jodmangel trotzdem nicht ausgleichen kann. Dann kommt es doch soweit, dass ein Jodmangel mit einer Unterfunktion, der sich die Schilddrüse sonst so geschickt zu erwehren weiß, eine kausale Beziehung eingeht. Diese Konstellation hat jedoch Seltenheitswert.

Regulationsstörungen, die von der Hirnanhangdrüse ausgehen
In ganz seltenen Fällen kann es auch möglich sein, dass die Hirnanhangdrüse als Steuerorgan der Schilddrüse aufgrund von Erkrankungen oder Tumoren in ihrer Funktion eingeschränkt ist und die Schilddrüse nicht mehr bedarfsgerecht stimuliert. Organisch gesund und an sich voll funktionsfähig, wird die Schilddrüse falsch informiert und produziert in "Kurzarbeit" zuwenig Hormon, um den Bedarf des Körpers vollständig zu decken. Weil aber die Schilddrüse für diese Art von Versorgungsmangel eigentlich nichts kann, spricht man in diesen seltenen Fällen von einer sekundären Hypothyreose.



Diagnose
Die Diagnose einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) ist nicht immer augenfällig, denn die ersten Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können leicht verkannt werden. Doch spätestens, wenn durch eine Blutentnahme die Schilddrüsenwerte kontrolliert werden, tritt ein eindeutiges Muster zu Tage. Die Menge des Steuerhormons TSH ist erhöht, die Konzentration der Schilddrüsenhormone erniedrigt. An der jeweiligen Menge lässt sich auch leicht der Schweregrad der Unterfunktion ablesen. Sind auch Autoantikörper, das sind vom Körper fälschlicherweise produziert Abwehrkörper gegen eigenes Gewebe, gegen Schilddrüsengewebe nachzuweisen, erhält der Arzt auch gleich Klarheit über die Ursache der Funktionsstörung.

TRH-Stimulationstest
Eine noch sehr gering ausgeprägte Unterfunktion der Schilddrüse ist an der basalen TSH-Konzentration oft noch kaum zu erkennen. Hier ist es manchmal nötig, dass das übergeordnete Schilddrüsen-Steuerhormon TRH, das im Thalamus hergestellt wird, zusätzlich nach der ersten Blutentnahme in Form von Nasenspray gegeben wird. Nach 30 Minuten wird dann nochmals Blut abgenommen. Bei einer vorliegenden Unterfunktion steigt das TSH dann sprunghaft an, während Schilddrüsengesunde mit einem normalen Anstieg reagieren. Durch diesen TRH-Stimulationstest lässt sich der Homonsteuerkreis überprüfen. Diese Untersuchung wird häufig bei unerfülltem Kinderwunsch durchgeführt, um eine latente (= verborgene) Schilddrüsenfunktionsstörung aufzudecken.

Anstieg der Blutfette
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion steigen auch die Blutfett und das Cholesterin an. Eine deutliche Erhöhung dieser Werte unterstützt die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion. Je weiter sich unter Therapie die Schilddrüsenlage wieder der Normalität nähert, desto mehr schwächt sich auch die Erhöhung der Blutfette wieder ab.

Auch die Achillessehnenreflexzeit (= Zeit nach Stimulation der Sehen bis zur Reflexantwort) ist bei einer Hypothyreose verlängert.

Organschrumpfung
Oft ist eine Schilddrüse im Zustand einer Unterfunktion (vor allem, wenn diese durch eine chronische Entzündung hervor gerufen ist) verkleinert und geschrumpft. Das lässt sich natürlich mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung leicht nachprüfen. Auskunft über den aktuellen Funktionszustand gibt auch hier ein Szintigramm.



Symptome
Die Symptome einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) lassen sich von der Wirkung der Schilddrüsenhormone ableiten. Sie entwickelt sich ganz langsam und allmählich, so dass sie einem Betroffenen zunächst gar nicht auffällt. Oft werden die Beschwerden, die anfangs nur ganz vage und unspezifisch erscheinen, auf Überarbeitung, Stress oder das Altern geschoben.

Da alle Körperzellen von einer ausgeglichenen Hormonlage der Schilddrüse abhängig sind, wirkt sich ein Mangel auch auf alle Gewebe aus:

Zunächst entwickelt ein Mensch mit Schilddrüsenunterfunktion eine zunehmende Kälteempfindlichkeit. Die "zurückgefahrene" Stoffwechsellage durch Senkung des Energieverbrauchs lässt ihn selbst in gut geheizten Räumen frieren.

Es entwickelt sich eine allgemeine Schwäche, die in einem fortgeschrittenen Stadium der Schilddrüsenunterfunktion so weit gehen kann, dass jede Bewegung und jede Unterhaltung große Anstrengung erfordert. Die Leistungsfähigkeit nimmt deutlich ab, der/die Betroffene wirkt zunehmend apathisch. Die Antriebsarmut steigert sich bis zum Verlust jeglicher Eigeninitiative und völliger Interesselosigkeit.

Der soziale Antrieb ist davon auch nicht ausgenommen, die Geselligkeit bleibt ebenfalls mit der Zeit auf der Strecke.

Gleichzeitig entwickelt sich oft eine Tendenz zu depressiven Verstimmungen.

Obwohl das Schlafbedürfnis wächst, ist der Nachtschlaf behindert, die Schlaflosigkeit wächst. Das Einschlafen fällt schwer, der Schlaf wird häufig unterbrochen.

Auch die Funktion des Verdauungssystems ist verlangsamt und die Nährstoffaufnahme herabgesetzt. Es bahnen sich Verstopfungen an. Der verminderte Kalorienbedarf, gepaart mit körperlicher Untätigkeit, führt bei unverminderter Kalorienzufuhr schnell zum Übergewicht. Wassereinlagerungen verstärken diesen Effekt noch. Ein (relativ spät auftretendes) sehr eindeutiges Symptom ist eine Wassereinlagerungen vorm Schienbein (= prätibiales Ödem).

Die Wassereinlagerungen "polstern" am ganzen Körper zunehmend das Unterhautfettgewebe. Im Gesicht "verwässert" es die Mimik, das Mienenspiel büßt seine Beweglichkeit und Lebhaftigkeit ein. Auch die Augenlider werden dadurch "schwerer". Schwillt die Gewebsmasse in dieser Wiese auch über den Gelenken an, wird deren Beweglichkeit natürlich eingeschränkt. Die Finger und Zehen verdicken sich und verplumpen in typischer Weise. Auch die Stimmbänder können sich bei dieser Funktionsstörung anschwellen und die Stimme bis zur dauernden Heiserkeit verändern. Verdickt sich auch die Zunge, wird die Sprache verwaschen und kloßig.

Eine Schilddrüsenunterfunktion führt beim Mann zu einer verminderten Zeugungsfähigkeit, betroffene Frauen sind oft unfruchtbar.

Die Merk- und Denkfähigkeit nimmt mit fortschreitender Schilddrüsenunterfunktion immer weiter ab, einem schwer hypothyreoten Menschen fällt sogar das Sprechen und Schreiben schwer.

Das Herz schlägt langsamer und kraftloser.

Die Haare wachsen langsamer und werden struppig, die Augenbrauen fallen aus.

Fingernägel werden brüchig, fleckig und bilden Rillen.

Die Haut wird trocken und blass. Oft entwickeln sich Pigmentstörungen, die einen scheckig aussehen lassen (= Weißfleckenkrankheit oder Vitiligo).

Quelle:http://www.qualimedic.de/schilddruese_unterfunktion_ursachen.html






07.03.2008, 12:13 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen Yahoo Messenger MSN Messenger
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